Urokompetenz Podcast mit Dr. Witt

Mikroultraschall und MRT: Welche Bildgebung bei Prostatakrebsverdacht?

09.11.2025
Mikroultraschall und MRT bei Prostatakrebsverdacht: Priv.-Doz. Dr. J.H. Witt erklärt, wie beide Verfahren auffällige Bereiche in der Prostata sichtbar machen, worin sie sich unterscheiden und welche Rolle sie bei der Planung einer gezielten Biopsie spielen können.
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Mikroultraschall und MRT: Welche Bildgebung bei Prostatakrebsverdacht?
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Worum geht es in dieser Folge?

Ein erhöhter PSA-Wert oder ein auffälliger Tastbefund bedeutet nicht automatisch, dass Prostatakrebs vorliegt. Beides kann jedoch ein Anlass sein, die Prostata genauer zu untersuchen. Moderne Bildgebungsverfahren können dabei helfen, auffällige Bereiche zu erkennen, das persönliche Risiko besser einzuschätzen und eine möglicherweise notwendige Gewebeentnahme gezielter zu planen.

Besonders häufig werden in diesem Zusammenhang die multiparametrische Magnetresonanztomografie, kurz mpMRT, und der hochauflösende Mikroultraschall genannt. Beide Verfahren liefern unterschiedliche Informationen und haben eigene Stärken und Grenzen.

In dieser Folge des Urokompetenz Podcasts sprechen Priv.-Doz. Dr. J.H. Witt und Ludger Deppe darüber, wie Mikroultraschall und MRT bei Prostatakrebsverdacht eingesetzt werden. Dr. Witt erklärt verständlich, wie die Untersuchungen ablaufen, wie verdächtige Veränderungen beurteilt werden und warum es bei der Wahl des Verfahrens nicht nur auf die Technik, sondern auch auf die individuelle Situation und die Erfahrung des untersuchenden Teams ankommt.

Was unterscheidet MRT und Mikroultraschall?

Die multiparametrische MRT erstellt detaillierte Schnittbilder der gesamten Prostata. Auffällige Bereiche werden dabei anhand eines standardisierten Bewertungssystems eingeordnet. Der sogenannte PI-RADS-Wert hilft dem behandelnden Team dabei, die Wahrscheinlichkeit eines klinisch bedeutsamen Tumors einzuschätzen und verdächtige Bereiche für eine mögliche Biopsie zu markieren.

Der Mikroultraschall arbeitet mit einer besonders hochfrequenten Ultraschallsonde. Dadurch können feine Gewebestrukturen der Prostata während der Untersuchung in Echtzeit dargestellt werden. Auffällige Areale lassen sich unmittelbar beurteilen und bei einer anschließenden Biopsie gezielt ansteuern. Vorhandene MRT-Aufnahmen können abhängig vom verwendeten System zusätzlich in die Untersuchung einbezogen werden.

MRT und Mikroultraschall müssen deshalb nicht grundsätzlich als konkurrierende Verfahren verstanden werden. Abhängig von den bisherigen Befunden, dem persönlichen Risiko und der verfügbaren Expertise können sie einzeln oder ergänzend eingesetzt werden.

In dieser Folge erfahren Sie

  • Warum ein erhöhter PSA-Wert noch keine Krebsdiagnose bedeutet
  • Welche Aufgabe die Bildgebung bei Prostatakrebsverdacht hat
  • Wie eine multiparametrische MRT der Prostata funktioniert
  • Was der PI-RADS-Wert über einen auffälligen Bereich aussagen kann
  • Wie hochauflösender Mikroultraschall eingesetzt wird
  • Worin sich Mikroultraschall und MRT unterscheiden
  • Wie verdächtige Bereiche für eine Biopsie lokalisiert werden
  • Warum die Erfahrung des untersuchenden Arztes eine wichtige Rolle spielt
  • Weshalb eine Bildgebung die Gewebeuntersuchung nicht in jedem Fall ersetzen kann

Warum dieses Thema wichtig ist

Bei einem Verdacht auf Prostatakrebs besteht die diagnostische Herausforderung darin, behandlungsbedürftige Tumoren möglichst zuverlässig zu erkennen und zugleich unnötige Untersuchungen zu vermeiden. Eine gute Bildgebung kann dazu beitragen, verdächtige Bereiche gezielter zu untersuchen und die Entscheidung über weitere Schritte besser vorzubereiten.

Trotzdem liefert weder eine MRT noch ein Mikroultraschall allein eine endgültige Krebsdiagnose. Bildgebende Befunde müssen immer gemeinsam mit weiteren Faktoren betrachtet werden. Dazu gehören unter anderem der Verlauf des PSA-Werts, die PSA-Dichte, das Alter, die familiäre Vorbelastung, der Tastbefund und bereits vorliegende Untersuchungsergebnisse.

Besteht nach dieser Gesamtbewertung weiterhin ein relevanter Prostatakrebsverdacht, kann eine Biopsie notwendig sein. Erst die Untersuchung der entnommenen Gewebeproben ermöglicht in der Regel eine zuverlässige Beurteilung, ob Krebszellen vorhanden sind und wie aggressiv ein nachgewiesener Tumor einzuschätzen ist.

Auch ein unauffälliger bildgebender Befund sollte deshalb nicht isoliert betrachtet werden. Welche weiteren Untersuchungen sinnvoll sind, muss individuell und nach einer ausführlichen ärztlichen Beratung entschieden werden.

Diese Episode richtet sich an Männer mit erhöhtem PSA-Wert oder einem anderen auffälligen Prostatabefund. Sie ist außerdem für Angehörige geeignet, die den Ablauf der modernen Prostatakrebsdiagnostik und die Unterschiede zwischen MRT und Mikroultraschall besser verstehen möchten.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen finden Sie auf urokompetenz.de in den Beiträgen „Mikro-Ultraschall bei der Prostatabiopsie“ und „Früherkennung von Prostatakrebs“.

Video zur Folge

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Mehr Informationen

Medizinischer Hinweis

Diese Podcast-Folge dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Welche Untersuchungen bei einem persönlichen Prostatakrebsverdacht erforderlich sind, kann nur nach ärztlicher Beurteilung der individuellen Befunde entschieden werden.

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