Worum geht es in dieser Folge?
Bei einer Prostataoperation können abhängig vom persönlichen Risikoprofil zusätzlich Lymphknoten im Becken entfernt werden. Eine solche Lymphknotenentfernung bei Prostatakrebs ist jedoch nicht bei jedem Patienten notwendig.
In dieser Folge des Urokompetenz Podcasts erklärt Priv.-Doz. Dr. J.H. Witt, wann eine Lymphknotenentfernung infrage kommt, wie sie durchgeführt wird und welche Informationen die feingewebliche Untersuchung für die weitere Behandlung liefert.
Die Entscheidung beruht unter anderem auf dem PSA-Wert, dem Tumorstadium, dem Aggressivitätsgrad aus der Biopsie und der Bildgebung. Ein PSMA-PET/CT kann verdächtige Lymphknoten sichtbar machen. Sehr kleine Tumorabsiedlungen lassen sich mit der Bildgebung jedoch nicht immer sicher ausschließen.
Bei der Operation werden deshalb bei entsprechendem Risiko bestimmte Lymphknotenregionen im kleinen Becken entfernt. Die anschließende Untersuchung durch die Pathologie zeigt, ob Tumorzellen vorhanden sind und kann damit die Planung der Nachsorge oder einer zusätzlichen Behandlung beeinflussen.
In dieser Folge erfahren Sie
- Warum Prostatakrebs in die Lymphknoten streuen kann
- Wann eine Lymphknotenentfernung sinnvoll sein kann
- Welche Befunde in die Entscheidung einfließen
- Warum ein unauffälliges PSMA-PET kleine Metastasen nicht sicher ausschließt
- Wie die Lymphknoten während der Prostataoperation entfernt werden
- Welche Bedeutung das Ergebnis für Nachsorge und weitere Therapien hat
- Welche zusätzlichen Risiken mit dem Eingriff verbunden sein können
Warum dieses Thema wichtig ist
Die Entfernung und Untersuchung der Beckenlymphknoten ermöglicht eine besonders genaue Beurteilung der Tumorausbreitung. Sie dient vor allem dem sogenannten Staging und liefert wichtige Informationen über die persönliche Prognose und mögliche weitere Behandlungsschritte.
Die Lymphknotenentfernung bedeutet nicht automatisch, dass bereits Metastasen festgestellt wurden. Sie wird durchgeführt, wenn anhand der vorhandenen Befunde ein relevantes Risiko für einen Lymphknotenbefall besteht. Gleichzeitig ist bislang nicht eindeutig belegt, dass die Entfernung unauffälliger Lymphknoten selbst bei jedem Patienten die Heilungschancen verbessert.
Der zusätzliche Eingriff kann außerdem Risiken wie Lymphansammlungen im Becken, Lymphödeme, Blutungen oder Thrombosen mit sich bringen. Nutzen und mögliche Nachteile sollten deshalb individuell abgewogen und vor der Prostataoperation verständlich besprochen werden.
Werden Tumorzellen in den entfernten Lymphknoten gefunden, bedeutet dies nicht automatisch, dass keine wirksame Behandlung mehr möglich ist. Anzahl und Ausmaß der befallenen Lymphknoten, der PSA-Wert nach der Operation und weitere Tumormerkmale entscheiden darüber, ob zunächst kontrolliert oder eine zusätzliche medikamentöse beziehungsweise strahlentherapeutische Behandlung empfohlen wird.
Weiterführende Informationen
Mehr über den Ablauf der Operation und die individuelle Operationsplanung erfahren Sie auf der Urokompetenz-Seite zur roboterunterstützten Prostatektomie.
Welche Bedeutung die moderne Bildgebung für das Lymphknoten-Staging hat, erläutert der Beitrag PSMA-PET bei Prostatakrebs.
Einen Überblick über Diagnostik, Tumorausbreitung und Behandlungsmöglichkeiten bietet die Themenseite Prostatakrebs.
Video zur Folge
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Mehr InformationenMedizinischer Hinweis
Diese Podcast-Folge dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ob eine Lymphknotenentfernung sinnvoll ist, muss anhand des persönlichen Tumorstadiums, des Aggressivitätsgrads, der Bildgebung und des individuellen Risikoprofils entschieden werden.