Urokompetenz Podcast mit Dr. Witt

PROTEUS-Studie bei Prostatakrebs: Was bedeuten die Ergebnisse?

28.06.2026
Kann eine zusätzliche Behandlung vor und nach der Prostataoperation das Rückfallrisiko senken? Priv.-Doz. Dr. J.H. Witt erklärt die PROTEUS-Studie zu Apalutamid und Hormontherapie bei Hochrisiko-Prostatakrebs.
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PROTEUS-Studie bei Prostatakrebs: Was bedeuten die Ergebnisse?
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Worum geht es in dieser Folge?

Bei einem Hochrisiko-Prostatakrebs kann die Erkrankung trotz vollständiger Entfernung der Prostata später zurückkehren oder Metastasen bilden. Die PROTEUS-Studie untersuchte deshalb, ob eine zusätzliche medikamentöse Behandlung vor und nach der Operation dieses Risiko senken kann.

In dieser Folge des Urokompetenz Podcasts erklärt Priv.-Doz. Dr. J.H. Witt die Ergebnisse der PROTEUS-Studie bei Prostatakrebs. Mehr als 2.100 Männer mit lokalisiertem oder lokal fortgeschrittenem Hochrisiko-Prostatakrebs nahmen an der internationalen Phase-III-Studie teil.

Alle Studienteilnehmer erhielten eine Hormonentzugstherapie – sechs Monate vor und sechs Monate nach der Prostataoperation. Eine Gruppe bekam zusätzlich Apalutamid, die andere ein Placebo. Apalutamid blockiert die Wirkung männlicher Geschlechtshormone am Androgenrezeptor und soll dadurch das Wachstum hormonabhängiger Prostatakrebszellen hemmen.

Die Behandlung mit Apalutamid plus Hormontherapie verbesserte das Ansprechen des Tumors und verringerte das relative Risiko für Metastasen oder Tod um etwa 20 Prozent. Nach fünf Jahren waren 78,2 Prozent der Patienten in der Apalutamid-Gruppe frei von Metastasen, gegenüber 73,5 Prozent in der Vergleichsgruppe.

In dieser Folge erfahren Sie

  • Für welche Patienten die PROTEUS-Studie relevant ist
  • Wie Apalutamid und die Hormonentzugstherapie wirken
  • Warum die Behandlung vor und nach der Operation erfolgte
  • Welche Vorteile die Studie bei Rückfällen und Metastasen zeigte
  • Welche Nebenwirkungen berücksichtigt werden müssen
  • Warum die Ergebnisse nicht auf jeden Prostatakrebs übertragbar sind

Warum dieses Thema wichtig ist

Die Ergebnisse zeigen erstmals in einer großen Phase-III-Studie, dass eine intensivierte medikamentöse Behandlung rund um die Operation die Krankheitskontrolle bei ausgewählten Hochrisikopatienten verbessern kann. Das könnte die Behandlung dieser Patientengruppe künftig verändern.

Die Therapie ist jedoch nicht für Männer mit einem niedrigen Prostatakrebsrisiko gedacht. Sie richtet sich an sorgfältig ausgewählte Patienten, bei denen aufgrund von Tumorstadium, Gleason- beziehungsweise ISUP-Grad, PSA-Wert oder weiteren Befunden ein erhöhtes Rückfallrisiko besteht.

Außerdem führte die zusätzliche Behandlung häufiger zu Nebenwirkungen, insbesondere zu Hautausschlägen. Hinzu kommen mögliche Belastungen der Hormonentzugstherapie wie Hitzewallungen, Müdigkeit, Veränderungen der Sexualfunktion sowie Auswirkungen auf Knochen, Muskeln und Stoffwechsel.

Wichtig ist auch: Die Studie verglich Apalutamid plus Hormontherapie mit Hormontherapie und Placebo – nicht direkt mit einer alleinigen Operation. Ob und für welche Patienten die Behandlung in die reguläre Versorgung übernommen wird, muss anhand aktueller Zulassungen, Leitlinien und der persönlichen Situation beurteilt werden.

Die Entscheidung über eine intensivierte Therapie sollte deshalb nach vollständiger Diagnostik und ausführlicher Beratung durch ein erfahrenes Behandlungsteam erfolgen. Die Prostataoperation bleibt dabei ein wesentlicher Bestandteil des untersuchten Behandlungskonzepts.

Weiterführende Informationen

Eine ausführliche Zusammenfassung der Studienergebnisse finden Sie im Urokompetenz-Beitrag Apalutamid beim Hochrisiko-Prostatakrebs: Was die neue Studie bedeutet.

Einen Überblick über Risikoeinschätzung, Diagnostik und Therapieoptionen bietet die Seite Prostatakrebs – Diagnose und Behandlung.

Informationen zum operativen Bestandteil des Behandlungskonzepts finden Sie unter roboterunterstützte Prostatektomie.

Video zur Folge

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Mehr Informationen

Medizinischer Hinweis

Diese Podcast-Folge dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ob eine zusätzliche Behandlung mit Apalutamid und Hormonentzug vor und nach einer Prostataoperation infrage kommt, muss anhand des persönlichen Risikoprofils, möglicher Nebenwirkungen und der aktuellen medizinischen Empfehlungen entschieden werden.

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