Worum geht es in dieser Folge?
Warum sind manche Männer nach einer Prostataoperation schnell wieder kontinent, während die Erholung bei anderen länger dauert? Und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Erektionsfähigkeit nach dem Eingriff möglichst erhalten bleiben kann?
In dieser Folge des Urokompetenz Podcasts erklärt Priv.-Doz. Dr. J.H. Witt, warum die individuelle Anatomie bei einer Prostataoperation eine entscheidende Rolle für Kontinenz und Potenz spielt.
Schließmuskel, Harnröhre, Nerven und die umgebenden Strukturen liegen auf engem Raum unmittelbar an der Prostata. Bei einer Operation müssen deshalb onkologische Sicherheit und der bestmögliche Erhalt dieser funktionell wichtigen Strukturen miteinander verbunden werden. Wie gut das gelingt, hängt nicht allein vom Operationsroboter ab, sondern wesentlich von der Anatomie des Patienten, der Tumorausdehnung und der Erfahrung des Operateurs.
In dieser Folge erfahren Sie
- Warum die individuelle Anatomie für Kontinenz und Potenz wichtig ist
- Welche Strukturen beim Wasserhalten eine Rolle spielen
- Warum die Nerven rund um die Prostata für die Erektionsfähigkeit entscheidend sind
- Wann eine nervenschonende Operation möglich sein kann
- Warum die Tumorausdehnung den Umfang der Nervenschonung beeinflusst
- Welche Bedeutung Erfahrung und präzise Operationstechnik besitzen
- Warum sich Kontinenz und Potenz nach der Operation unterschiedlich schnell erholen können
Warum dieses Thema wichtig ist
Bei der radikalen Prostatektomie wird die Prostata vollständig entfernt. Direkt an und um die Prostata befinden sich jedoch Strukturen, die für zwei Funktionen besonders wichtig sind: das Halten des Urins und die Erektionsfähigkeit.
Für die Kontinenz spielen unter anderem der Schließmuskel, die Harnröhre und die anatomischen Haltestrukturen des Beckenbodens eine wichtige Rolle. Ziel der Operation ist es, diese Strukturen soweit medizinisch möglich zu schonen und nach Entfernung der Prostata eine möglichst günstige anatomische Situation wiederherzustellen.
Auch die für die Erektion wichtigen Nerven verlaufen sehr nah an der Prostata. Eine nervenschonende Prostatektomie kann deshalb dazu beitragen, die Voraussetzungen für den Erhalt beziehungsweise die Erholung der Erektionsfähigkeit zu verbessern.
Ob und in welchem Umfang eine Nervenschonung möglich ist, hängt jedoch immer von der individuellen Tumorsituation ab. Liegt der Tumor sehr nah an den entsprechenden Strukturen oder besteht der Verdacht auf eine Ausbreitung über die Prostata hinaus, muss die sichere Entfernung des Tumors Vorrang haben.
Bei Urokompetenz wird deshalb bereits vor der Operation eine individuelle Strategie anhand von MRT, Biopsie, PSA-Wert, Tumorlokalisation und weiteren Befunden entwickelt. Während des Eingriffs kann zusätzlich eine intraoperative Schnittrandkontrolle helfen, die onkologische Sicherheit mit einem möglichst weitgehenden Erhalt angrenzender Strukturen zu verbinden.
Die roboterassistierte Technik bietet dem Operateur eine stark vergrößerte dreidimensionale Sicht und sehr präzise Instrumente. Der Roboter entscheidet jedoch nicht selbst. Für das funktionelle Ergebnis bleiben die Erfahrung des Operateurs, die genaue Kenntnis der Anatomie und die individuelle Ausgangssituation des Patienten entscheidend.
Auch nach einer technisch optimal verlaufenen Operation benötigen die betroffenen Strukturen Zeit zur Erholung. Eine vorübergehende Einschränkung der Kontinenz ist nach einer Prostatektomie nicht ungewöhnlich und kann sich über Wochen bis Monate weiter verbessern. Auch die Wiederherstellung der Erektionsfähigkeit kann Zeit benötigen. :contentReference[oaicite:1]{index=1}
Weiterführende Informationen
Ausführliche Informationen zum Eingriff, zur Operationsplanung und zur Nervenschonung finden Sie auf der Seite zur roboterassistierten Prostatektomie.
Informationen zu Kontinenz, Erektionsfähigkeit und den notwendigen Kontrollen nach der Behandlung finden Sie unter Nachsorge bei Prostatakrebs.
Wie Gewebe noch während der Operation auf Tumorzellen untersucht werden kann, erfahren Sie auf der Seite zum histologischen Scanner und zur intraoperativen Schnittrandkontrolle.
Video zur Folge
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Mehr InformationenMedizinischer Hinweis
Diese Podcast-Folge dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ob und in welchem Umfang eine nervenschonende Operation möglich ist und wie sich Kontinenz und Erektionsfähigkeit nach einer Prostatektomie entwickeln, hängt unter anderem von der individuellen Anatomie, der Tumorausdehnung, bestehenden Vorerkrankungen und weiteren persönlichen Faktoren ab.