Urokompetenz Podcast mit Dr. Witt

Aktive Überwachung bei Prostatakrebs – Was muss ich wissen?

13.09.2026
Nicht jeder Prostatakrebs muss sofort operiert oder bestrahlt werden. Bei bestimmten wenig aggressiven Tumoren kann die aktive Überwachung – auch Active Surveillance genannt – eine sinnvolle Alternative sein. Priv.-Doz. Dr. J.H. Witt erklärt, für welche Patienten dieses Vorgehen infrage kommt, welche Rolle PSA-Wert, MRT und Kontrollbiopsien spielen und wie engmaschig der Tumor überwacht werden muss. Außerdem geht es um die entscheidende Frage: Woran erkennt man, dass aus dem Beobachten doch eine aktive Behandlung werden sollte? Eine Folge für Patienten und Angehörige, die besser verstehen möchten, wann Abwarten bei Prostatakrebs medizinisch sinnvoll sein kann – und warum aktive Überwachung keineswegs bedeutet, einfach nichts zu tun.
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Aktive Überwachung bei Prostatakrebs – Was muss ich wissen?
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Worum geht es in dieser Folge?

Die Diagnose Prostatakrebs führt bei vielen Betroffenen zunächst zu der Frage, wie schnell eine Behandlung beginnen muss. Doch nicht jeder Prostatakrebs wächst gleich aggressiv und nicht jeder Tumor muss unmittelbar operiert oder bestrahlt werden.

In dieser Folge des Urokompetenz Podcasts erklärt Priv.-Doz. Dr. J.H. Witt, wann eine aktive Überwachung bei Prostatakrebs infrage kommen kann und was sich hinter dem Begriff Active Surveillance verbirgt.

Bei der aktiven Überwachung wird ein wenig aggressiver Prostatakrebs zunächst nicht lokal behandelt, sondern nach einem festgelegten Schema kontrolliert. Dazu können regelmäßige PSA-Bestimmungen, bildgebende Untersuchungen wie ein MRT und erneute Gewebeproben gehören. Ziel ist es, eine möglicherweise unnötige oder zu frühe Behandlung zu vermeiden und gleichzeitig Veränderungen des Tumors rechtzeitig zu erkennen.

In dieser Folge erfahren Sie

  • Was aktive Überwachung beziehungsweise Active Surveillance bei Prostatakrebs bedeutet
  • Warum nicht jeder Prostatakrebs sofort behandelt werden muss
  • Für welche Patienten eine aktive Überwachung infrage kommen kann
  • Welche Bedeutung PSA-Wert, MRT und Prostatabiopsie bei den Kontrollen haben
  • Warum regelmäßige Kontrolluntersuchungen so wichtig sind
  • Welche Veränderungen einen Wechsel der Behandlungsstrategie erforderlich machen können
  • Wann eine Operation, Bestrahlung oder andere Behandlung sinnvoll werden kann

Warum dieses Thema wichtig ist

Prostatakrebs ist nicht bei jedem Patienten gleich. Während manche Tumoren aggressiv wachsen und zeitnah behandelt werden sollten, können andere über lange Zeit nur langsam oder möglicherweise gar nicht relevant fortschreiten.

Bei einem wenig aggressiven und örtlich begrenzten Prostatakrebs kann deshalb eine aktive Überwachung eine Möglichkeit sein, zunächst auf eine Operation oder Bestrahlung zu verzichten. Das bedeutet jedoch nicht, den Tumor einfach unbeachtet zu lassen.

Active Surveillance ist eine strukturierte medizinische Strategie. Der Verlauf wird regelmäßig kontrolliert, damit Veränderungen möglichst früh erkannt werden. Zu diesen Kontrollen können unter anderem PSA-Untersuchungen, eine ärztliche Untersuchung, MRT-Kontrollen und Wiederholungsbiopsien gehören.

Weitere Informationen zur Einteilung und zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf der Seite Prostatakrebs – Diagnose und Behandlung.

Der mögliche Vorteil der aktiven Überwachung besteht darin, eine Behandlung und die damit verbundenen möglichen Nebenwirkungen zunächst zu vermeiden. Eine Operation oder Bestrahlung kann unter anderem Auswirkungen auf Kontinenz, Sexualfunktion und allgemeine Lebensqualität haben. Wenn eine sofortige Behandlung medizinisch nicht notwendig ist, kann es deshalb sinnvoll sein, diese Belastungen zunächst zu vermeiden.

Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass der richtige Zeitpunkt für eine Behandlung nicht verpasst wird. Deshalb ist die konsequente Teilnahme an den vereinbarten Kontrolluntersuchungen ein entscheidender Bestandteil der aktiven Überwachung.

Ob Active Surveillance geeignet ist, lässt sich nicht anhand eines einzelnen Wertes entscheiden. PSA-Wert, Ergebnisse der Biopsie, Aggressivitätsgrad und Ausdehnung des Tumors sowie die Bildgebung müssen gemeinsam betrachtet werden. Auch Alter, allgemeiner Gesundheitszustand und persönliche Präferenzen spielen bei der Therapieentscheidung eine Rolle.

Wer nach der Diagnose Prostatakrebs unsicher ist, welche Behandlungsstrategie zur individuellen Situation passt, kann außerdem eine unabhängige ärztliche Einschätzung einholen.

Weiterführende Informationen

Einen Überblick über Diagnostik und unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs finden Sie unter Prostatakrebs – Diagnose und Behandlung.

Wie Prostatakrebs erkannt und anhand von PSA-Wert, MRT und Biopsie eingeschätzt wird, erfahren Sie unter Früherkennung von Prostatakrebs – Was Männer wissen müssen.

Wenn Sie nach einer Prostatakrebsdiagnose verschiedene Behandlungsmöglichkeiten abwägen möchten, finden Sie weitere Informationen unter Zweitmeinung bei Urokompetenz.

Video zur Folge

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Mehr Informationen

Medizinischer Hinweis

Diese Podcast-Folge dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ob eine aktive Überwachung bei Prostatakrebs geeignet ist, hängt unter anderem von der Aggressivität und Ausdehnung des Tumors, dem PSA-Verlauf, den Ergebnissen von Biopsie und Bildgebung sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand und weiteren individuellen Faktoren ab. Kontrollintervalle und die Entscheidung über einen möglichen Therapiewechsel sollten immer individuell mit dem behandelnden Urologen abgestimmt werden.