Worum geht es in dieser Folge?
Die Sorge vor ungewolltem Harnverlust beschäftigt viele Männer vor einer Prostataentfernung. Direkt nach dem Entfernen des Blasenkatheters kann die Kontrolle über die Blase zunächst eingeschränkt sein. Wie schnell sich die Kontinenz nach der Prostata-OP erholt, ist individuell unterschiedlich.
In dieser Folge des Urokompetenz Podcasts erklärt Priv.-Doz. Dr. J.H. Witt, welche Faktoren für eine gute Kontinenz wichtig sind. Dazu gehören die Ausgangsfunktion von Blase und Schließmuskel, die Erfahrung des Operateurs, eine möglichst schonende Operationstechnik und die aktive Mitarbeit des Patienten.
Eine wichtige Rolle spielt das Beckenbodentraining. Idealerweise lernen Patienten die richtigen Übungen bereits vor der Operation unter fachlicher Anleitung. Nach dem Eingriff kann das Training dabei helfen, den Schließmuskel gezielt zu aktivieren und die Kontrolle beim Husten, Aufstehen oder körperlicher Belastung zurückzugewinnen.
In dieser Folge erfahren Sie
- Warum nach einer Prostataentfernung vorübergehend Harnverlust auftreten kann
- Welche Strukturen für das Wasserhalten verantwortlich sind
- Wie Operationstechnik und Erfahrung die Kontinenz beeinflussen
- Warum Beckenbodentraining bereits vor der Operation sinnvoll sein kann
- Was Patienten nach dem Entfernen des Katheters beachten sollten
- Wann anhaltende Beschwerden erneut urologisch untersucht werden sollten
Warum dieses Thema wichtig ist
Bei einer Prostatakrebs-Operation geht es nicht nur darum, den Tumor sicher zu entfernen. Auch der Erhalt der Harnkontinenz ist für die Lebensqualität von großer Bedeutung. Während der Operation versucht der Chirurg deshalb, den Schließmuskel und die unterstützenden Strukturen rund um Harnröhre und Blase möglichst gut zu schonen.
Nach dem Eingriff benötigen diese Strukturen Zeit, um sich an die veränderte Anatomie anzupassen. Bei vielen Patienten verbessert sich der Harnverlust im Verlauf von Wochen oder Monaten. Geduld, regelmäßiges Training und eine professionelle physiotherapeutische Anleitung können die Erholung unterstützen.
Bleibt ein deutlicher Harnverlust nach der Prostataoperation über längere Zeit bestehen, sollten Betroffene das Problem offen mit ihrem Urologen besprechen. Neben einem optimierten Training stehen abhängig von Art und Stärke der Beschwerden weitere konservative, minimalinvasive und operative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Weiterführende Informationen
Ausführliche Informationen zu Ursachen, Beckenbodentraining und weiteren Behandlungsmöglichkeiten finden Sie im Beitrag Inkontinenz nach Prostata-OP – Training und minimalinvasive Hilfen.
Mehr über den Eingriff, die Operationsplanung und den Funktionserhalt erfahren Sie auf der Seite zur roboterassistierten Prostatektomie.
Hinweise zur Vorbereitung, Nachsorge und Entwicklung der Kontinenz finden Sie außerdem in den Patienteninformationen von Urokompetenz.
Video zur Folge
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Mehr InformationenMedizinischer Hinweis
Diese Podcast-Folge dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wie sich die Kontinenz nach einer Prostataoperation entwickelt und welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von der persönlichen Ausgangssituation, dem Operationsverlauf und den individuellen Beschwerden ab.