Worum geht es in dieser Folge?
Nach der Diagnose eines örtlich begrenzten Prostatakarzinoms stehen Patienten häufig vor der Frage: Prostatakrebs – Bestrahlung oder OP? Beide Verfahren können mit dem Ziel eingesetzt werden, die Erkrankung dauerhaft zu kontrollieren. Welche Behandlung besser passt, lässt sich jedoch nicht pauschal beantworten.
Bei der radikalen Prostatektomie werden die Prostata und die Samenblasen operativ entfernt. Das entnommene Gewebe kann anschließend vollständig untersucht werden. Nach einer erfolgreichen Operation sollte der PSA-Wert auf einen sehr niedrigen beziehungsweise nicht mehr nachweisbaren Bereich absinken.
Bei einer Strahlentherapie verbleibt die Prostata im Körper. Die Tumorzellen sollen durch gezielte Strahlung geschädigt werden. Je nach Tumorstadium und Risikoprofil kann die Bestrahlung mit einer zeitlich begrenzten Hormontherapie kombiniert werden.
In dieser Folge des Urokompetenz Podcasts erklärt Priv.-Doz. Dr. J.H. Witt die wichtigsten Unterschiede zwischen beiden Verfahren. Dabei geht es um den Behandlungsablauf, mögliche Nebenwirkungen, die Nachsorge und die Frage, welche persönlichen Faktoren bei der Entscheidung berücksichtigt werden sollten.
In dieser Folge erfahren Sie
- Wie sich Operation und Bestrahlung grundsätzlich unterscheiden
- Für welche Patienten beide Behandlungen infrage kommen können
- Welche Rolle Tumorstadium, Aggressivitätsgrad und PSA-Wert spielen
- Welche möglichen Auswirkungen auf Kontinenz und Sexualfunktion bestehen
- Warum nach einer Bestrahlung auch verzögerte Beschwerden auftreten können
- Wie die Nachsorge nach Operation und Bestrahlung erfolgt
- Warum es nicht für jeden Patienten dieselbe richtige Therapie gibt
Warum dieses Thema wichtig ist
Operation und Bestrahlung unterscheiden sich nicht nur im Ablauf, sondern auch in ihren möglichen Folgen. Nach einer Operation stehen besonders die Erholung der Harnkontinenz und der Erektionsfähigkeit im Mittelpunkt. Nach einer Bestrahlung können Beschwerden an Blase, Harnwegen oder Darm sowie Veränderungen der Sexualfunktion auftreten – teilweise auch erst mit zeitlichem Abstand.
Die Entscheidung hängt deshalb von mehr als der reinen Tumorbekämpfung ab. Wichtig sind unter anderem das Risikoprofil des Tumors, Alter und Gesundheitszustand, bestehende Beschwerden beim Wasserlassen, die bisherige Sexualfunktion und die persönlichen Prioritäten des Patienten.
Bei wenig aggressiven Tumoren muss möglicherweise weder sofort operiert noch bestrahlt werden. In geeigneten Fällen kann eine aktive Überwachung sinnvoll sein. Eine verständliche und ergebnisoffene Beratung ist daher die Grundlage für eine individuelle Therapieentscheidung.
Weiterführende Informationen
Mehr über Ablauf, Nervenschonung und Nachsorge erfahren Sie auf der Urokompetenz-Seite zur roboterassistierten Prostataentfernung.
Informationen über mögliche verzögerte Beschwerden finden Sie im Beitrag Langzeitfolgen nach einer Prostatabestrahlung.
Einen Überblick über Diagnostik und weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs bietet die zentrale Themenseite von Urokompetenz.
Besteht Unsicherheit zwischen mehreren Behandlungswegen, kann eine urologische Zweitmeinung zusätzliche Orientierung geben.
Video zur Folge
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Mehr InformationenMedizinischer Hinweis
Diese Podcast-Folge dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ob eine Operation, eine Bestrahlung, eine aktive Überwachung oder ein anderes Verfahren sinnvoll ist, muss anhand der persönlichen Befunde und nach einer ergebnisoffenen medizinischen Beratung entschieden werden.