Worum geht es in dieser Folge?
Wie lässt sich Prostatakrebs sicherer operieren und gleichzeitig möglichst viel Lebensqualität erhalten? Priv.-Doz. Dr. J.H. Witt berichtet in dieser Folge direkt vom Weltkongress der Society of Robotic Surgery, kurz SRS, in Florida.
Im Gespräch mit Ludger Deppe erläutert Dr. Witt aktuelle Entwicklungen rund um die roboterassistierte Prostataoperation. Im Mittelpunkt stehen eine präzisere Operationsplanung, die sichere Entfernung des Tumors sowie der bestmögliche Erhalt von Kontinenz und Erektionsfähigkeit.
Moderne Bildgebung, Risikomodelle und digitale Verfahren können dabei helfen, die Lage und Ausdehnung des Tumors vor dem Eingriff genauer einzuschätzen. Während der Operation kann zusätzlich eine Untersuchung der Schnittränder wichtige Informationen liefern. Dadurch lässt sich bei geeigneten Patienten besser abwägen, ob angrenzende Nervenstrukturen erhalten werden können.
In dieser Folge erfahren Sie
- Welche neuen Entwicklungen auf dem SRS-Weltkongress vorgestellt wurden
- Wie Bildgebung und digitale Daten die Operationsplanung verbessern können
- Warum eine genaue Einschätzung der Tumorausdehnung wichtig ist
- Welche Rolle NeuroSAFE und die intraoperative Schnittrandkontrolle spielen
- Wie Nerven und Schließmuskel möglichst geschont werden können
- Warum Technik, Erfahrung und Teamarbeit gemeinsam entscheidend sind
Warum dieses Thema wichtig ist
Bei einer Prostatakrebs-Operation müssen zwei Ziele miteinander verbunden werden: Der Tumor soll möglichst vollständig entfernt werden, gleichzeitig sollen wichtige Strukturen für Kontinenz und Erektionsfähigkeit bestmöglich erhalten bleiben.
Eine wichtige Unterstützung bietet die intraoperative Schnittrandkontrolle. Dabei wird entnommenes Gewebe noch während der Operation untersucht. Sind die geprüften Ränder tumorfrei, kann dies die Entscheidung für einen weitergehenden Nervenerhalt unterstützen. Werden Tumorzellen am Rand festgestellt, kann der Operateur noch während desselben Eingriffs zusätzliches Gewebe entfernen.
Auch neue digitale Verfahren und künstliche Intelligenz können zukünftig helfen, Bildgebung, Pathologie und weitere Befunde präziser zusammenzuführen. Sie ersetzen jedoch nicht die Erfahrung des Operateurs. Die medizinische Verantwortung und jede Bewegung der Instrumente bleiben bei der roboterassistierten Chirurgie vollständig in der Hand des chirurgischen Teams.
Kongressdaten liefern wichtige Hinweise auf neue Entwicklungen, führen aber nicht automatisch zu einer sofortigen Änderung der Behandlung. Entscheidend ist, ob eine Methode wissenschaftlich ausreichend geprüft wurde und für den individuellen Patienten einen nachvollziehbaren Vorteil bietet.
Weiterführende Informationen
Weitere Informationen zum Ablauf, zur Nervenschonung und zur Schnellschnittdiagnostik finden Sie auf der Seite zur roboterassistierten Prostatektomie.
Wie Gewebeproben bereits während der Operation digital untersucht werden können, erläutert die Seite zum histologischen Scanner.
Einen Überblick über Diagnostik und unterschiedliche Therapieoptionen bietet die Seite Prostatakrebs – Diagnose und Behandlung.
Video zur Folge
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Mehr InformationenMedizinischer Hinweis
Diese Podcast-Folge dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Welche Operationstechnik und welcher Umfang der Nervenschonung infrage kommen, muss anhand der Tumorausdehnung, der persönlichen Befunde und möglicher Behandlungsalternativen entschieden werden.