Urokompetenz Podcast mit Dr. Witt

Rekonstruktive Chirurgie in der Urologie – Was ist heute möglich?

20.09.2026
Was passiert, wenn Harnleiter, Harnröhre oder andere Strukturen des Harntrakts durch Engstellen, Verletzungen, frühere Operationen oder andere Erkrankungen geschädigt sind? Die rekonstruktive Urologie versucht, solche Strukturen wiederherzustellen und ihre Funktion langfristig zu erhalten. Priv.-Doz. Dr. J.H. Witt erklärt, welche Möglichkeiten die moderne rekonstruktive Chirurgie heute bietet. Es geht unter anderem um Engstellen am Nierenbecken und Harnleiter, Harnröhrenverengungen, komplexe Rekonstruktionen und den Einsatz roboterassistierter Operationstechniken. Eine Folge über einen hochspezialisierten Bereich der Urologie, bei dem es nicht nur darum geht, eine Erkrankung zu behandeln, sondern möglichst die normale Funktion des Harntrakts wiederherzustellen.
Urokompetenz Podcast mit Dr. Witt
Urokompetenz Podcast mit Dr. Witt
Rekonstruktive Chirurgie in der Urologie – Was ist heute möglich?
Loading
/

Worum geht es in dieser Folge?

Verengungen, Verletzungen oder Folgen früherer Operationen können dazu führen, dass der normale Urinabfluss gestört ist oder wichtige Strukturen des Harntrakts ihre Funktion nicht mehr vollständig erfüllen. Genau hier setzt die rekonstruktive Chirurgie in der Urologie an.

In dieser Folge des Urokompetenz Podcasts erklärt Priv.-Doz. Dr. J.H. Witt, welche Möglichkeiten die moderne rekonstruktive Urologie heute bietet und bei welchen Erkrankungen eine Wiederherstellung des Harntrakts notwendig werden kann.

Betroffen sein können unter anderem das Nierenbecken, die Harnleiter, die Harnröhre oder die Blase. Ursache können angeborene Veränderungen, Vernarbungen, Verletzungen, vorausgegangene Operationen, Bestrahlungen oder andere Erkrankungen sein. Je nach Befund stehen unterschiedliche rekonstruktive Verfahren zur Verfügung. Ziel ist es, die normale Funktion möglichst dauerhaft wiederherzustellen und Organe wie die Niere langfristig zu schützen.

In dieser Folge erfahren Sie

  • Was unter rekonstruktiver Chirurgie in der Urologie zu verstehen ist
  • Bei welchen Erkrankungen eine Rekonstruktion des Harntrakts notwendig werden kann
  • Welche Folgen Engstellen im Nierenbecken oder Harnleiter haben können
  • Wie geschädigte oder verengte Harnleiter rekonstruiert werden können
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten bei wiederkehrenden Harnröhrenverengungen bestehen
  • Warum bei rekonstruktiven Eingriffen präzise Planung und Operationstechnik wichtig sind
  • Welche Rolle die roboterassistierte Chirurgie bei bestimmten Rekonstruktionen spielen kann
  • Warum das langfristige Ziel der Erhalt von Funktion und Lebensqualität ist

Warum dieses Thema wichtig ist

Der Harntrakt hat die Aufgabe, den in den Nieren gebildeten Urin sicher über Harnleiter und Blase abzuleiten. Bereits eine vergleichsweise kleine Engstelle kann diesen Ablauf erheblich beeinträchtigen.

Ist beispielsweise der Übergang vom Nierenbecken zum Harnleiter oder der Harnleiter selbst verengt, kann sich Urin zurückstauen. Eine länger bestehende Abflussbehinderung kann Beschwerden verursachen, Infektionen begünstigen und im ungünstigen Fall die Funktion der betroffenen Niere beeinträchtigen.

Informationen zu solchen Erkrankungen und den Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf der Seite Nierenbeckenabgangsenge und Harnleiterenge.

Nicht jede Engstelle lässt sich dauerhaft mit einer Schiene, einem Katheter oder einem endoskopischen Eingriff behandeln. Bei ausgeprägten, langstreckigen oder wiederkehrenden Veränderungen kann eine rekonstruktive Operation notwendig sein.

Je nachdem, welcher Abschnitt betroffen ist, unterscheiden sich die Operationsverfahren erheblich. Bei einer Nierenbeckenabgangsenge kann beispielsweise der verengte Bereich entfernt und der Harnleiter neu mit dem Nierenbecken verbunden werden. Bei Harnleiterdefekten können je nach Lage und Länge unterschiedliche Verfahren zur Wiederherstellung des Urinabflusses eingesetzt werden.

Auch bei wiederkehrenden oder längeren Harnröhrenverengungen kann eine Rekonstruktion sinnvoll sein. Dabei wird der verengte Abschnitt operativ erweitert oder rekonstruiert. Bei längeren Engstellen kann dafür körpereigenes Gewebe verwendet werden. Weitere Informationen finden Sie unter Harnröhrenerkrankungen und Harnröhrenenge.

Ein Teil komplexer rekonstruktiver Eingriffe kann heute roboterassistiert durchgeführt werden. Die vergrößerte dreidimensionale Sicht und die sehr beweglichen Instrumente können insbesondere bei feinen Präparations- und Nahtschritten hilfreich sein. Der Operationsroboter führt den Eingriff jedoch nicht selbstständig durch. Entscheidend bleiben die Erfahrung des Operateurs, die individuelle Anatomie und eine sorgfältige Operationsplanung.

Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt deshalb immer von Ursache, Lage und Länge der Veränderung, möglichen Voroperationen und der Funktion der betroffenen Organe ab.

Weiterführende Informationen

Einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der wiederherstellenden Chirurgie finden Sie unter Rekonstruktive Urologie bei Urokompetenz.

Informationen zu Erkrankungen, Engstellen und rekonstruktiven Eingriffen am Harnleiter finden Sie unter Harnleiter – Erkrankungen und Behandlung.

Wie die roboterassistierte Operationstechnik bei komplexen urologischen Eingriffen eingesetzt werden kann, erfahren Sie unter Roboterchirurgie bei Urokompetenz.

Video zur Folge

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Medizinischer Hinweis

Diese Podcast-Folge dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ob eine rekonstruktive Operation notwendig und welches Verfahren geeignet ist, hängt unter anderem von Ursache, Lage und Ausdehnung der Veränderung, vorausgegangenen Behandlungen, der individuellen Anatomie sowie der Funktion von Niere und Harntrakt ab. Die geeignete Behandlung sollte nach einer vollständigen urologischen Diagnostik individuell festgelegt werden.